Scheinselbstständigkeit, leicht erklärt


Auf dieser Seite werden die Aspekte der Scheinselbstständigkeit in Deutschland aufgearbeitet und ganz einfach erklärt. Dazu werden u.a. wichtige Kriterien zur Bewertung der Projektsituation und Rechtslage genannt. Zudem werden die Informationen in Zusammenhang gestellt mit Freiberuflern, Lieferanten und Auftraggeber als Kundenunternehmen. VIDEO anschauen !
Der Begriff Freiberufler dient u. a. als singleiches Synonym für Freelancer, freie Mitarbeiter, externe Mitarbeiter, Honorarkräfte und z.B. auch selbständige Wissensarbeiter.

Was ist Scheinselbstständigkeit und wie entsteht sie?

In Deutschland betrifft die Scheinselbstständigkeit selbständige und unselbständige Personen aus dem Arbeits- und Wirtschaftsleben, die körperliche und/oder intellektuelle Dienstleistungen ausüben. Jene Erwerbstätige erhalten eine Entlohnung für vereinbarte und persönlich geleitete Arbeitszeiten.
Als scheinselbstständig werden im Projekt solche bezeichnet, die unzulässig als Selbständige auftreten und ihre Tätigkeit über einen Dienst- oder Werkvertrags regeln und abrechnen. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass diese aber tatsächlich wie abhängig Beschäftigte, also sozialversicherungspflichtige Angestellte eines Unternehmens arbeiten.
Im Kern erfasst die Statusbewertung die Summe aller Umstände eines jeden Einzelfalls und insbesondere die schweren Indizien innerhalb eines Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisses. Scheinselbständigkeit kann immer nur im Voraus vermieden werden und beginnt bereits mit der ersten Minute im Projekteinsatz.

Video Scheinselbstständigkeit vermeiden in 2018 (leicht erklärt)

Genau zum 01.04.2018 präsentieren wir ein Jubiläums Erklärvideo über wichtige Indizien für eine Scheinselbständigkeit. Viel Spaß und gute Unterhaltung. Für Fragen und Antworten stehen wir gerne zur Verfügung.

Scheinselbstständigkeit, ganz einfach erklärt

(Scheinselbstständigkeit! Wo, wie, wann?)
Seit dem 1. April 2017 können Freiberufler aufgrund von gesetzlichen Änderungen relativ schnell als scheinselbstständig abgestempelt werden. Kurz gesagt: Wenn der Freiberufler im Kundenunternehmen trotz Dienst- oder Werkvertrag wie ein normaler Mitarbeiter arbeitet, kann es schlagartig ein klassisches Arbeitsverhältnis werden. Der Freiberufler ist damit nicht mehr frei, sondern scheinselbstständig.
Aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung gehört der Freiberufler auf die Gehaltsliste des Kundenunternehmens. Durch die nachträglich fälligen Sozialabgaben und Strafzahlungen wird das richtig teuer! So lässt sich der Status bewerten:

GEWICHTETE INDIZIEN FÜR EINE SCHEINSELBSTSTÄNDIGKEIT IN 2018

Fakt [1]
Wenn der Auftraggeber dem Freiberufler vorgibt, wann, wo und wie er zu arbeiten hat, die Leistung letztendlich vom Auftraggeber koordiniert wird.
Fakt [2]
Kritisch ist außerdem, wenn Freiberufler in gemischten Teams arbeiten und die gleichen Tätigkeiten übernehmen wie fest angestellte Mitarbeiter im Kundenunternehmen.
Fakt [3]
Erhält der Freiberufler garantiert sein Geld, unabhängig davon, wie gut seine Arbeit war, und trägt der Freiberufler auch kein Haftungsrisiko, sind dies ebenfalls belastende Indizien für eine Scheinselbstständigkeit.
Fakt [4]
Stellt der Freiberufler eine Rechnung an einen Vermittler oder Subunternehmer, und dieser wiederum eine Rechnung an das Kundenunternehmen, so entsteht neben der Scheinselbstständigkeit womöglich der Umstand der verdeckten Arbeitnehmerüberlassung.

FOLGEN EINER SCHEINSELBSTSTÄNDIGKEIT IN 2018

Für den Vermittler oder Subunternehmer können hohe Strafzahlung entstehen, aber richtig hart trifft es das Kundenunternehmen, da dieses unter Umständen die Strafzahlungen und die Beiträge zur Sozialversicherung rückwirkend leisten muss, obwohl dieser gar keinen Vertrag mit dem Freiberufler geschlossen hat.
Vermittler oder Subunternehmer, Freiberufler undon fraglichen Beschäftigungsverhältnissen Kundenunternehmen können die Risiken der Scheinselbstständigkeit umgehen und die Gefahren der verdeckten Arbeitnehmerüberlassung effektiv beseitigen.

WINDIGE KONSTRUKTE SIND EXISTENZBEDROHLICH

Als Faustregel lässt sich folgendes sagen: Honorarkräfte und Freiberufler sind nach dem Gesetz auch dann scheinselbstständig tätig, wenn die Leistungen über einen Dienstvertrag / einen Werkvertrag geregelt sind aber tatsächlich ein Arbeitsverhältnis gelebt wird. Windige Konstrukte lohnen sich seit April 2017 nicht mehr und führen sogar mit Vorsatz zur Scheinselbstständigkeit!

Pyrrhussieg - Folgen der Scheinselbstständigkeit

Hier lautet das Schlagwort "Windige Konstrukte". In 2018 lässt die Gesetzeslage keinen Spielraum für Konstrukte zur Verschleierung von zweifelhaften Beschäftigungsverhältnissen zu. Die Bedeutung von Verschriftungen (Verträge/Beauftragungen) wurden inzwischen per Gesetz deutlich abgewertet. Die tatsächliche Ausführung / Durchführung von Projektaufgaben hingegen ist aktuell für die Bewertung über feste Arbeitsverhältnisse oder freiberufliche Beschäftigungsverhältnisse ausschlaggebend. Und dann geht es um die Scheinselbständigkeit und die verdeckte Arbeitnehmerüberlassung. Wie wird die Arbeit in einem Projekt ganz genau erbracht? Wie funktioniert die Kommunikation? Diese und andere Fragen sind entscheidend. Maßgeblich für die Bewertung von Scheinselbstständigkeit ist die tatsächliche Arbeitsweise innerhalb des Projektes, also die gelebte Praxis!

SCHEINSELBSTÄNDIGKEIT IM PROJEKT FÜHRT ZUM ERFOLG MIT MISSERFOLG

Bei einem Pyrrhussieg - auch Pürussieg oder Pyrus-Sieg genannt - geht es um den Erfolg einer Sache, dessen Einsatz viel zu hoch ist. Einfach gesagt: Der Pürussieg ist ein mit Sicherheit zu teuer erkaufter Erfolg z.B. beliebiger Projekte! Das isolierte Projektergebnis mag daher positiv ausfallen. Jedoch ergeben sich für den Kunden keine Vorteile, da eine Prüfung den Tatbestand der Scheinselbstständigkeit im Nachgang aufdeckt und damit das Gesamtergebnis für das Kundenunternehmen einen wirtschaftlichen Misserfolg mit vielen weiteren Aufwänden darstellt.
Systeme zur Verdunklung bzw. zur Verschleierung von Scheinselbstständigkeit im Projekt mit Freiberuflern (Freelancer/Fremdpersonal) führen im ersten Blick zu einem Etappensieg. Es ist aber genau so wie König Pyrrhos I. resp. Pyrrhus I. vor etwa 2000 Jahren sagte: "Wenn wir die Römer in einer weiteren Schlacht besiegen, werden wir gänzlich verloren sein!" Diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf und ist eine eindeutige Warnung. Mit Blick auf die Scheinselbständigkeit verweist dieses Statment auf die folgenschweren Auswirkungen einer wiederholten Rechtsverletzung bei Umgehungs- und Verschleierungsversuchen.
Methoden dieser Art führen unweigerlich zu einer arbeitsrechtlichen Veränderung und zu einer Statusveränderung, die einen Werkvertrag zu einem Scheinwerkvertrag und eine Selbstständigkeit zu einer Scheinselbständigkeit umwandeln. Die Beauftragung durchläuft eine Metamorphose, da sich das geregelte legale Systeme zu einem illegalen Konstrukt umkehrt. Es liegt in der Natur der Sache. Die Scheinselbständigkeit hat einen Lebenszyklus und dieser wird über den Pyrrhus-Sieg auf den wesentlichen Nenner gebracht. Demzufolge ist der schnelle Erfolg im Projekt nur ein Vorläufer. Mittelfristig formiert sich dieser Umstand und wird zu einem Misserfolg für das Kundenunternehmen mit bedrohlichem Charakter.

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Schon gewusst?

1. In Deutschland gibt es seit 2017 eine neue Gesetzeslage zur Scheinselbstständigkeit

2. Scheinselbständigkeit heißt auf Englisch z.B. bogus self-employment, false self-employment, pseudo-self-employment

2018
TÜV ISO 9001:2008